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Die Pfarren des 21. Bezirks

Pfarre Strebersdorf
Pfarre Maria Loretto Jedlesee
Pfarre Stammersdorf
Pfarre Groß-Jedlersdorf
Pfarre St. Jacobs (Floridsdorf)
Pfarre Leopoldau

Pfarre Leopoldau

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500 Jahre Pfarre Leopoldau 1489-1996

Am 12. Jänner 1485 wurde die Pfarre Leopoldau von der Mutterpfarre Kagran abgetrennt. Im Jahr 1489 wurden Kagran und Leopoldau durch einen breiten Wasserstrom, entstanden durch eine Überschwemmung, vermeintlich für immer getrennt. Daher wurde die Kapelle zur eigenen Pfarrkirche ernannt. Die neue Pfarrkirche erhielt das Patrozinium "Maria im Elend" oder "Maria auf der Flucht nach Ägypten". Der ursprüngliche Name lautete "Eypeltau".
Der erste Pfarrer war Priester Martin Gaunersdorfer, der kein eigenes Einkommen hatte und dadurch fand sich nach seinem Verschwinden kein neuer Pfarrer. Deshalb mußte ein Pfarrer mit Langenzersdorf geteilt werden.
Um die Wende zum 17. Jhdt. zeichnete sich auch in Leopoldau eine starke Strömung der Katholiken in Richtung des evangelischen Glaubens ab.
Das 17. Jhdt. zog weitere Katastrophen mit sich (Pest, Brände, Türkenbelagerung). Danach fand eine "Aufwärtsentwicklung" statt. Aber 1773 vernichtete ein großes Feuer 54 Häuser in Leopoldau. Daraufhin ließ die Pfarrgemeinde jährlich, am Sonntag nach Christi Himmelfahrt, in der Kirche ein Mittamt abhalten: "Der Ort möge von neuerlichem, ähnlichem Unglück verschont bleiben." Diese Bittmessen wurden bis 1869 abgehalten.
Weiters blieb die Pfarre Leopoldau von weiteren Katastrophen (Einfall der Franzosen) weitgehend verschont, dadurch konnte die Pfarrgemeinde ihrem Gotteshaus größere Opfer bringen (neue Kuppel, neue Glocke, neue Friedhofsmauer, etc.). Weiters wurde die Kirche in den Jahren 1896-98 general saniert.
1920 kam es zur Gründung der KFO ("Katholische Frauenorganisation") gegründet. 1921 wurde die Glocke der Kirche, die im Weltkrieg abmontiert worden war, wieder montiert. 1924 wurde die Kirche neuerlich renoviert. Anfang 1930 fanden "Exerzitienvorträge für Frauen und Jungfrauen" in Leopoldau statt.

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Pfarre Groß-Jedlersdorf

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Pfarrkirche Groß-Jedlersdorf "Klein Maria Taferl"

Pabrozinium: 4. November - St. Karl Bavromäus (Pestpatron)
Gründung: 1783 (ursprünglich bei Kagran, dann eigene Pfarre durch Joseph II)
älteste Bezeichnung von Groß-Jedlersdorf: Urliugestorf bedeutet entweder Name des Gründers oder Kriegsdorf
1150aufscheinen des Namens in Urkunden
1199Schenkung einiger Inseln an Stift Klosterneuburg
1260Przemysl Ottokar schlichtet Streit zwischen Alpiltowe (Leopoldau) und Urliugestorf (nach einem Hochwasser waren Grenzstreitigkeiten um die Wanklacken ausgebrochen)
1280 Rudolf von Habsburg unterstellt Urliugestorf einem Dominikaner Frauenkloster in Tulln (bis 1782)
Immer wieder Überschwemmungen und Angriffe von Feinden aus dem Osten
1529 Türken brennen Jedlersdorf nieder
1538-83 eigene Pfarre (vorher und nachher Filiale der Pfarre Kagran)
Mitte 17 Jhdt. Trillerkreuz (Pfeiler aus Eggenburger Sandstein mit Metallkreuz; 3,20 m hoch; zeigt Christus am Ölberge; auch Arma von Christi Kreuz genannt) = Wahrzeichen, von denen in Wien wenige erhalten sind
1683 Türken brennen es wieder nieder; Pest wütet (1713/14 nur mehr 37 Einwohner) diese braunhölzerne Kappelle
Jede Messe außer am 4. November bedurfte der Genehmigung des Pfarrers von Kagran (Gnadenbild)
Bild von Maria läßt Brand erlöschen - besondere Verehrung durch Wallfahrer z. B.: päpstl. Nuntius und Maria Theresia mit ihren Kindern
Klein Maria Taferl häufig für Ort als Name verwendet
Kagraner Pfarren beansprucht Teil der Wallfahrtseinnahmen - Streit
Bewohner von Jedlersdorf erweitern die Kapelle
1776eigene Schule, 1. Lehrer; Johann Georg Fuchs (ist zugleich Mesner)
1782Joseph II löst Kloster in Tulln auf ( Jedlersdorf wird von Staatsprüferadministration verwaltet
1783eigene Pfarre von Joseph II bewilligt, 1. Pfarrer: Karl Endres
1785Vergrößerung, Turm
1782Entstehung von Klein-Jedlersdorf oder Jedlersdorf am Spitz
1807Wensel Summer kauft Herrschaft über Jedlersdorf (Pfarre 1796-1803)
1809von Franzosen niedergebrannt
Gnadenbild (wurde nach Brand von Katharina Dattler aufbewahrt) kommt in Kaumeliterkirche in Leopoldstadt, trotzdem weiter Wallfahrten, ab 1819 von Pfarrer Wensel Zettl von Jedlesee verwaltet
1824eigener Pfarrer Martin Wannemacher, holt Gnadenbild zurück
1883Hundertjahrjubiläum
1845Jedlersdorf am Spitz zu Pfarre Floridsdorf, 1874 zu Gemeinde Floridsdorf
Eröffnung der NW-Bahn ( Fabriksgebiet Neu-Jedlersdorf ( Schule und Kindergarten (1200 Schüler, 1945 durch Bomben zerstört)
1894Entstehung Großgemeinde Floridsdorf (aus Floridsdorf, Jedlesee, Neu-Jedlesdorf und Donaufeld)
190421. Wiener Gemeindebezirk (samt Alt-Jedlersdorf)

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Pfarre Strebersdorf

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Pfarre Strebersdorf:
Gründung: 1.November 1939
Mutterkirche: Stammersdorf
Leitung: H.H. Edmund Hawranek (bis 1944)

1942: Kirchenglocken zur Kriegsrüstung gebraucht und abtransportiert
1944: Tod von E. Hawranek, schwere Luftangriffe auf Strebersdorf
1945: Russische Truppen ziehen in Strebersdorf ein
1950: Hochwürden Dr. Roland Passecker wird neuer Pfarrer
1951: Kirche bekommt 4 neue Glocken
1957: Filialkirche Dirnelwiese wird gegründet
1961: Hochwürden Dr. Roland Passecker stirbt und 3 Monate später wird Josef Moser neuer Pfarrer, neue Pfarrkirche „Maria Königin“ wird von Erzbischof- Koadjutor Dr. Franz Jachym geweiht (Architekt Dr. Ladislaus Hruska); Gesamtkosten ca. 6 Millionen Schilling
1963: Besuch von Erzbischof Kardinal Dr. Franz König
1970: Josef Moser resigniert und Hochwürden August Dobbek wird Pfarrer (bis heute)
1978: 900 jähriges Bestehen von Strebersdorf
1986: Besuch von Erzbischof von Wien Dr. Hans Hermann Groer
1989: Filialkirche Dirnelwiese wird von Strebersdorf abgetrennt
1991: das Pfarrheim wird fertiggestellt (Architekt Dipl. Ing. Johann Hoffmann)

Besonderheiten:
Altarkreuz: Der Jesus am Kreuz ist nicht wie sonst als leidender Jesus, sondern als Beschützender dargestellt. Er hält seine Arme über eine in Gut und Böse geteilte Weltkugel ausgebreitet (von Prof. Alexander Silveri, Graz)

Zur Geschichte:
Strebersdorf gehörte pfarrlich bis 1541 zu Kagran, dann zur Pfarre Stammersdorf. Strebersdorf hat einen eigenen Friedhof seit 1878.

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Pfarre Stammersdorf

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Ursprung der Pfarre Stammersdorf
Kurz-Chronik:
Der Name Pfarre Stammersdorf finden wir nicht nur in Originalurkunden von den Jahren 1352 und 1355, sondern auch in älteren Protokollen.

Pfarrliche Seelsorge war ursprünglich dem Benediktiner Stift Formbach in Bayern anvertraut bevor sie dem Stift Schotten im Jahre 1469 anvertraut wurde.

Die alte St. Nicolai Kirche war daher eine "Filialkirche" zur Pfarre St. Veit.

Pfarrkirche-Kapellen
Kurz-Chronik
Die Kirche mußte des öfteren renoviert werden. Zu dem schlechten Zustand der Kirche und den wiederholen Renovierungen wirkten verschiedene Kriege und Belagerungen mit.
1484 hatte das ungarische Kriegsheer des Königs Mathias Cavinus Stammersdorf eingenommen.
1529 & 1683 Türkenbelagerungen
1645 zündeten die Schweden die Kirche an.
1809 plünderten die Franzosen und steckten die Kirche in Brand.

Die Kirche hat einen hohen Turm, dessen Dach aus Kupfer ist. Dieser enthält drei Glocken und eine große Turmuhr.
1808 bemalte der akademische Maler Cimbal das Deckengewölbe der Pfarre.
1848 Flucht des Kaisers (über Pulkau),
Hauptquartier von Feldmarschall von Winischgrätz,
im Pfarrhof,
Verhalten der Stammersdorfer,
Auszeichnung wegen Regimetreue
1850 Feuerbrunst in der Nacht vom 20. zum 21. 2., auch Wirtschaftsgebäude des Pfarrhofes abgebrannt.
1856 Begegnungen mit dem "hohen" Kaiserpaar. In den nächsten paar Jahren sind die Trauungen zurückgegangen, die Geburten angestiegen, aber die Todesfälle gleichgeblieben.
1904 wurde erstmal das Gas eingeleitet. 1917 mußte die Kirche zwei Glocken abgeben, das Kupferdach wurde durch eines aus Eisen ersetzt.
1918 wurden die Orgelpfeifen , aus Metall, abgenommen.
1928 wurde Stammersdorf eine Marktgemeinde.
1931 strahlte erstmals elektrisches Licht in der Kirche.

Friedhof
Da der Gottesacker aber wegen vermehrter Seelenanzahl und der bedeutenden Zunahme von Sterbesfällen nicht mehr ausreichte, wurde 1833 auf Kosten der bayrischen Gemeinde ein Steingarten gleich außerhalb der Kirchenmauern angekauft und zu einem Friedhof umgestaltet. Am 1. 12. 1833 wurde er feierlich eingeweiht.
Schule
Wegen der weiten Entfernung zum Pfarramt Klein-Engersdorf, bestand schon ursprünglich bei der Filialkirche Stammersdorf eine Schule. 1782 bis 1789 wurden zwei Schulzimmer erbaut. Ein Jahr später, unter der Leitung von Abt Benno Pointer, wurden zwei Lehrerzimmer und eine Schullehrerwohnung angebaut. Leider wurde das Gebäude nach den Feuerbrünsten 1809 und 1811 neuerdings hergestellt werden.


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Pfarre Maria Loretto Jedlesee

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1713 ließ die Gräfin Antonia Renata von Bouquoy die Loretto-Kapelle erbauen, weil sie der Pest, die gerade im Land war, entkommen ist.
Die Kapelle wurde nach dem Vorbild der Loretto- Kapelle bei Anonca in Italien erbaut. Die Steine dieser Kapelle sollen, was geschichtlich nicht ganz erwiesen ist, von dem Geburtshaus von Maria von Nazareth stammen, und von Kreuzrittern mitgebracht worden sein.
Die Marienstatue auf dem Hochaltar gleicht ebenfalls stark dem italienischen Vorbild.
In dieser Gegend gab es damals bereits drei Kapellen, über die heute allerdings nur sehr wenig mehr bekannt ist.
1779 wurde die Kapelle vom Leibarzt von Maria Theresia, Freiherrn von Störck, zu einer Kirche ausgebaut.
1877 ließ der damalige Pfarrer, Vinzenz Wenhar, den Turm bauen.
1783 wurde Jedlesee eine eigene Pfarre. Franz Jakob Liesneck war der erste Lokalkaplan. Straßennamen in Jedlesee erinnern daran: seit 1901 Staßenverbindung nach pfarrer Wenhart benannt. Seit 1909 Ließneckgasse
Besonderheiten: Überschwemmungen: Zwischen 1012 und 1900 gab es insgesamt 92 schwere Überschwemmungen mit zum Teil verheerenden Folgen. Daher wurde der heilige Nepomuk (= Schutzherr aller Brücken und Patron aller elementaren Not, und zwar des Wassers, Geratene) hier besonders verehrt und 1734 sogar eine eigene Kapelle gestiftet. Heute noch erinnert eine Statue auf dem Lorettoplatz daran.
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Pfarre St. Jacobs (Floridsdorf)

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St. Jacobs (Floridsdorf): 1.Gründung:
a) Fertigstellung der Kirche am 10.4.1836,
Mutterkirche: Stift Klosterneuburg
b) lange Zeit wurde keine Kirche gestattet, es gab ein Bethaus zu privaten Andacht,
1936: Neubau zum 100 jährigen Jubiläum
1938: alte Jakobskirche wurde abgerissen
c)Grundsteinlegung 20.9.1936, 101 Jahre nach Grundstein der alten Jacobskirche
Generalabt Dr. Josef Kluger weihte und versenkte Grundstein, anwesend waren: Papst Pius XI, Bundeskanzler Kurt Schusschnigg, Bürgermeister Richard Schmitz
d) Architekt Kramreiter, Baumeister Amlacher, Nach Liturgischer Vorstellung von Pius Parsch

2.Besonderes:
Kirchenaustritte: mehrere Wellen der Kirchenaustritte:
a)1922-29; Höhepunkt 1927; politisch motiviert von der Freidenkerbewegung der Sozialdemokraten organisiert
b)1938-41; Höhepunkt 1938/39
Sowie ständig steigende Kirchenaustritte in den letzten 15 Jahren
In der NS- Zeit traten über 3000 Leute aus der Kirche aus (davor 2790 in den Jahren 1938/39)

4.Chronik:
a)Politik:
1848: einzige echte Revolution in unserem Lande; auf Grund einer ministerial Verfassung von April 1848 schritten auch die Floridsdorfer zur Gründung einer Nationalpfarre
1. Weltkrieg: alle Kirchenglocken und 63 Orgelpfeifen wurden eingeschmolzen
Am Tag der Gründung der 1. Republik am 12.November 1918 wurden die Pfarrer verpflichtet folgendes von der Kanzel zu verlesen: " Die Gläubige sind entsprechend aufzuklären und zur unbedingten Treue dem nun rechtsmäßigen Staat Dt.-Ö. anzuhalten".
1934: ab 1.Mai 1934 sicherte sich die Kirche ein geordnetes Verhältnis zum Staat:
kirchliches Eherechte für Katholiken wurde auch zum staatlichen Eherecht, sodaß Verheiratung nach Scheidung nicht möglich war
Religionsunterricht wurde gesichert
Kirchenführung begrüßte die Staatsform des Standestaates "Katholizität mußte nachgewiesen werden, oft wurde eine Bestätigung über den Besuch der Sonntagsmesse
ab 1934 viele Kirchenwiedereintritte
1938 wieder viele ausgetreten
2. Weltkrieg: Nationalsozialisten besetzten Stift Klosterneuburg ( Chorherren mußten Stift verlassen. Pius Parsch verwendete die Pfarre Floridsdorf als Exil.
Am 15.2.1943 wurde Pfarrhof zerbomt
1940-45 Fromleichnamsprozession außerhalb der Kirche verboten
b)Katastrophen:
1848-1887: stets wiederkehrende Überschwemmungen als Folge des starkem Eisgangs, der damals noch nicht regulierten Donau
1872-73: hatte die Blattern- bzw. Choleraepidemien ein starkes Ansteigen der Todesfälle zur Folge

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